Löwenzahn – Taraxacum officinale

Hallo meine Lieben

Heute möchte ich euch einen alten Bekannten vorstellen. Ihr kennt ihn sicher alle. Sonne liebt und geniesst er in vollen Zügen, aber bei Regen zieht er sich sogleich zurück. Ein echter Schönwetterknabe eben. Huch ist mir der Kerl sympathisch. Auch wenn es für eine Beziehung  aufgrund seiner schlechten Krisenresistenz nicht reichen wird, ist er als Gute-Laune-Kumpel für mich perfekt.

Er nennt sich Taraxacum officinale, besser bekannt als Löwenzahn.

Taraxacum officinale-pm-zeichnung
Taraxacum officinale aus Chrut und Uchrut

Seine Blüten waren mein erster Schminkpinsel inklusive Puder. Ich gebe ja zu, dass ich heute nicht mehr auf die dekorative Kosmetik meiner Kindheitstage zurückgreife,  aber ich mag den Kerl trotzdem. Irgendwie steht mir klassisches Rouge, statt löwenzahnpollengelb einfach besser.

Heute liebe und schätze ich den Löwenzahn nicht mehr nur wegen seiner auffällig gelben Farbe, sondern vielmehr wegen seiner Inhaltsstoffe. Die Pflanze ist komplett essbar und dazu sehr gesund. Löwenzahn besitzt viele Nährstoffe und Vitamine und hat den höchsten Vitamin K-Gehalt aller uns bekannten (und analysierten) Pflanzen.

Im Löwenzahn enthalten sind zum einen Carotinoide, das sind lipophile (fettlösliche) Farbpigmente, die zu den so genannten sekundären Pflanzenstoffen gehören und dank ihrer antioxidativen Wirkung vielerlei Gesundheitsschäden entgegenwirken können. Um dem Körper die Aufnahme von Carotinoiden zu erleichtern, empfiehlt es sich, die Pflanzenteile physikalisch zu zerkleinern (Kochen, Pürieren) und zusammen mit etwas Fett/Öl zu konsumieren. Beta-Carotin ist auch als Provitamin-A bekannt und kann von unserem Körper zu Vitamin-A umgewandelt werden.

Andere enthaltene Vitamine sind: Vitamin B, C und E. Daneben kommen sowohl Pantothensäure wie auch Folsäure vor, die beide zum Vitamin-B-Komplex gehören.

Wichtig sind auch die Flavonoide, sie sind wasserlöslich und geben vielen Pflanzen ihre Farbe. Meist befinden sie sich in den Randschichten (Haut) der Pflanze und sind wegen ihrer antioxidativen, antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften wirksam gegen vielerlei Erkrankungen.

Natürlich enthält Löwenzahn auch Mineralstoffe, bemerkenswert ist der hohe Anteil an Kaliumsalzen. Heute geht man davon aus, dass Kaliumsalze  eine positive Wirkung auf den Calciumstoffwechsel haben. Kaffee, schwarzer Tee, Kochsalz, Alkohol und eine hohe Proteinzufuhr können dazu führen, dass den Knochen Calcium entzogen und über den Urin ausgeschieden wird. Kaliumsalze verbessern die Resorption (Rückgewinnung) von Calcium in den Nieren und wirken so einem Mangel in den Knochen entgegen. Andere zu nennende Mineralien wären Calcium, Silicium und Kupfer.

Die im Saft enthaltenen Bitterstoffe sind wie der Name sagt bitter. Sie regen die Verdauung und dadurch den Appetit an.
Die Sesquiterpenlata-Bitterstoffe die in fast allen Vertretern der Korbblütler vorkommen, fungieren als Abwehrstoffe in dem sie auf viele Bakterien, Würmer, Pilze und andere Parasiten toxisch (giftig) wirken.

Taraxacum officinale – picture by Fabienne Grogg

Als letzter wichtiger Inhaltsstoff wären da noch die Triterpene zu nennen. Terpene sind ein Hauptbestandteil von ätherischen Ölen und für die Pflanze ein wichtiger Lockstoff für Bestäuber. Für uns sind diese flüchtigen Stoffe vor allem aufgrund
ihrer antimikrobiellen Eigenschaften interessant.

Aufgrund der oben genannten Inhaltsstoffen ist es nicht verwunderlich, dass der Löwenzahn eines der besten Kräuterheilmittel bei Nieren- und Leberbeschwerden ist.

Taraxacum officinale – picture by Fabienne Grogg

Die Blätter haben eine starke harntreibende Wirkung. Im Gegensatz zu anderen entwässernden Mitteln verhindert der hohe Gehalt an Kaliumsalzen, dass dem Körper zu viel Kalium und Calcium entzogen wird. Löwenzahn kann bei Gallensteinen sowie Nierensteinen helfen. Ein Löwenzahnblättertee soll laut Pfarrer Künzle sogar Akne und Hautunreinheit entgegenwirken.

Der Milchsaft in den Blättern und Stängeln hilft dank seiner Bitterstoffe gegen allerlei Warzen und Hühneraugen.

Die Wurzeln sind schrecklich bitter und wirken leicht abführend. Sie eignen sich zur Behandlung von Verdauungsstörungen und Verstopfung. Früher wurde daraus ein Arme-Leute-Kaffee gewonnen.

Die Blüten helfen bei Husten.

Taraxacum officinale – picture by Fabienne Grogg

Die enthaltenen Kohlenhydrate (Inulin)  machen den Löwenzahn zu einer der wichtigsten Futterpflanzen für Vieh und Haustiere. Auch für uns Menschen war er in schweren Zeiten stets ein wichtiger Nährstofflieferant und sollte auch heute noch, zumindest im Frühling, genossen werden.

Mein Loblied auf den Löwenzahn könnte ich jetzt noch Stunden fortführen und euch restlos zu texten. Im Internet sind viele tolle Rezepte zu finden. Probiert es doch einfach mal aus und setzt den Löwenzahn auf euren Speiseplan. Was für unsere Vorfahren gut war, könnte es für uns ja auch sein. Vielleicht ist der Löwenzahn schon bald auch euer neuer Lieblingssalat, wer weiss…

In dem Sinne wünsche ich euch einen tollen Start in die neue Woche und viel Spass beim Sammeln eures Mittagessens.

Fabienne

 

Literatur-Tipps:

Buch: Das grosse Kräuterheilbuch von Pfarrer Joh. Künzli

Buch: Der grosse Kräuterführer von Jekka McVicar

http://www.vitamine.com/vitamintabelle/loewenzahn/

Fabienne

Ich bin 25 Jahre jung und lebe in der schönen Schweiz. Da ich mich sowohl für die Natur und vor allem die Naturheilkunde interessiere, aber auch ein totaler Kreativmensch bin, verschmelzen in meinem Blog diese beiden Leidenschaften zu einer hoffentlich inspirierenden Symbiose.